Porzellanfabrik Bareuther & Co.
Seit 1866 plante Johann Mathäus Riess (+1867), ein Porzellandreher aus Ottenlohe bei Hohenberg, den Aufbau einer Porzellanfabrik in Waldsassen. Ab 1875 begann sein Sohn Johann mit der Porzellanproduktion, der aber wenig Erfolg beschieden war. Nach der Zwangsversteigerung 1884 übernahmen die Fabrikanten Ernst Ploß und Oskar Bareuther die Fabrik. In den folgenden Jahrzehnten erlebte die Porzellanfabrik Waldsassen Bareuther & Co. einen rasanten Aufschwung. Ende der 1920er Jahre beschäftigte der Betrieb knapp 700 Mitarbeiter.
Dem steigenden Konkurrenzdruck in der Branche begegnete das Unternehmen einerseits mit Rationalisierungsmaßnahmen, anderseits mit technischen Innovationen und der Produktion von Qualitätsware. Aus Wettbewerbsgründen fusionierte das Unternehmen im Jahre 1969 mit dem Waldsassener Konkurrenten Gareis, Kühnl & Co. Das neue Unternehmen rangierte zeitweise auf Rang sechs der deutschen Porzellanindustrie.
Porzellanfabrik Gareis, Kühnl & Co.
Mit der Gründung der Porzellanfabrik Fortuna im Jahre 1898 bekam die Porzellanfabrik Bareuther & Co. ernstzunehmende Konkurrenz. Die Neugründung wurde im Oktober 1899 von Emanuel Gareis, Joseph Kühnl, Moritz Reis und Philipp Rosenau aufgekauft und in den folgenden Jahrzehnten von verschiedenen Unternehmern erfolgreich weitergeführt. Die Fabrik produzierte mit Haushaltsgeschirr, Vasen und Stapelware ein ähnliches Sortiment wie Bareuther & Co. Im Jahr 1969 fusionierten die beiden Waldsassener Unternehmen, um auf dem ausländischen Markt bessere Chancen zu haben. Zu diesem Zeitpunkt zählten rund 1.000 Menschen zur Belegschaft.
Mit der Öffnung des Eisernen Vorhangs kam die Firma wie die ganze westliche Porzellanindustrie in finanzielle Schwierigkeiten und musste 1994 schließen. In den Folgejahren entschied die Stadt ein neues Nutzungskonzept für das ehemalige Werksgelände der Porzellanfabrik. Nach den Abriss- und Umbauarbeiten im Frühjahr 2006 entstand ein attraktives Einkaufszentrum.
Besucher von Waldsassen sollten unbedingt die Basilika (eingeweiht 1704) und die beeindruckende Klosterbibliothek sowie den Klostergarten der Zisterzienserinnenabtei besuchen. Eine weitere Sehenswürdigkeit in der nahen Umgebung befindet sich im drei Kilometer nordwestlich entfernten Münchenreuth. Hier steht die im Jahr 1685 erbaute Dreifaltigkeitskirche Kappl, der wohl ungewöhnlichste Rundbau des Barock.
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