PORZELLANGESCHICHTE

Mit der Entdeckung von Kaolin in der Umgebung von Hohenberg legte der Thüringer Carolus Magnus Hutschenreuther Anfang des 19. Jahrhunderts den Grundstein für die Porzellanindustrie Nordbayerns. Er gründete um 1814 eine Porzellanmalerei, aus der spätestens seit 1822 jene Porzellanfabrik erwuchs, die mit Goldätzkanten-Dekoren und dem leuchtenden Blau ihrer Kobaltglasur insbesondere bei Königshäusern und Staatsmännern beliebt wurde.

Das Unternehmen exportierte seine qualitativen Porzellane in alle deutschen Länder, das europäische Ausland sowie in die USA und übernahm u. a. 1909 die böhmische Fabrik Moritz Zdekauer. C. M. Hutschenreuthers Sohn Lorenz hatte sich 1856 mit einer eigenen Fabrik in Selb niedergelassen. Beide Unternehmen verschmolzen im Jahr 1969 zur Hutschenreuther AG.

Die Fabrik in Hohenberg ging 1997 an die DIBBERN GmbH, die bis heute dort Teller von Fine Bone China nach traditioneller Art dreht. Nachdem der Name Hutschenreuther als Marke im Jahr 2000 von der damaligen Rosenthal AG aufgekauft wurde, ist Hutschenreuther wie Rosenthal heute Teil der italienischen Sambonet Paderno Industries S. p. A.

PORZELLANIKON

In der einstigen Hutschenreuther-Direktorenvilla vermittelt der zweite Standort des Staatlichen Museums für Porzellan verschiedenste Facetten früherer Tisch- und Wohnkultur. Mit Fokus auf deutschem Porzellan des 19. und 20. Jahrhunderts präsentiert das Haus eine enorme Vielfalt an Zierartikeln, Figuren und Kunstobjekten, bis hin zu Hotelgeschirr. Zu den Angeboten des Museums gehören neben dem museumspädagogischen Programm  auch Expertisentage, bei denen Erbstücke und Kellerschätze fachkundig begutachtet werden (Infos auf der Facebook-Seite des Porzellanikons). 

AUSFLUGSZIELE

Im Ort thront auf einer Felskuppe die Hohenberger Burg. Wo einst C. M. Hutschenreuther begann Porzellan herzustellen, ist heute eine Begegnungs- und Bildungsstätte mit großem Kursprogramm und angeschlossener Jugendherberge untergebracht. Eine aus Keramikplatten bestehende Gedenktafel informiert im Eingangsbereich über die Entstehung der Grenzstadt und deren Porzellanindustrie.

Vom Burgturm aus können Sie Ihren Blick bis ins nahe Tschechien schweifen lassen. Wem ein Ausblick nicht genügt, der nutzt den Grenzwand(l)erweg entlang des Radweges zwischen der Carolinenquelle und der Hammermühle, um über den dortigen Fußgängerübergang nach Tschechien zu gelangen.

Bei der Carolinenquelle handelt es sich um einen heilkräftigen Sauerbrunnen, der inmitten unberührter Natur am Fuße der Burganlage liegt. Am besten schmeckt das belebende Quellwasser aus einem Porzellanbecher.

PORZELLANSHOPPING
In direkter Nachbarschaft zum Porzellanikon befindet sich die DIBBERN GmbH mit angeschlossenem Werksverkauf.

  • Wussten Sie, dass C. M. Hutschenreuther bei seinem Aufenthalt in Hohenberg nicht  nur weiße Erde, sondern auch Gefühle für die älteste Tochter des Oberförsters, Johanna Reuß, entdeckte? Das Paar heiratete 1816 und wohnte zunächst in der Hohenberger Burg.  
  • Museumssafari im Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan, Hohenberg a. d. Eger
  • Porzellan-Rad- & Wanderweg
  • Burgweihnacht (Termin beachten) | Mit Porzellan geschmückter Christbaum