Johann Seltmann, Vohenstrauß
Die Gründung der Porzellanfabrik erfolgte durch den damals schon 45jährigen Gutsbesitzer Johann Seltmann im Jahr 1901. Er gewann seinen Bruder Christian als Fachmann und Betriebsleiter. Zusammen bewältigten sie erfolgreich die schwierige Aufbauphase. Begonnen wurde die erste Produktion mit drei Öfen. Die angestellten Arbeiter wurden von Fachleuten aus Thüringen angelernt.
1910 verließ Christian Seltmann das Unternehmen und machte sich mit einem eigenem Werk in Weiden selbständig. Im Jahr 1914 beschäftigte das Vohenstraußer Unternehmen um die 500 Personen. Die Produktion bestand aus Gebrauchsgeschirr, Speiseservicen, Kaffee- und Teegeschirr. Eine besondere Spezialität waren Porzellanstücke mit China- und Japan-Dekor und Unterglasurblau. Ein Drittel der Produktion wurde exportiert.
Auf den im Jahre 1921 auf Schloss Waldau verstorbenen Kommerzienrat Johann Seltmann folgten seine Söhne Robert und Christian im Unternehmen. Der Betrieb war von Beginn an der größte Arbeitgeber in Vohenstrauß und entwickelte sich aus kleinen Anfängen zu einer Weltfirma, die schon 1925 etwa 600 Mitarbeiter beschäftigte.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik zweckentfremdet und zum Teil schwer beschädigt. Nach 1945 legten die Besatzungmächte zunächst das Unternehmen still, doch im Verlauf der Nachkriegsjahre konnte der Ausbau zu einem modernen Produktionsbetrieb erfolgen. Im Jahr 1956 starb Robert Seltmann.
Noch Ende der 1970er Jahre waren über 350 Mitarbeiter beschäftigt. Leider konnten auch die Vohenstraußer „Porzelliner" – wie viele in der Region – dem Importdruck ausländischer Wettbewerber nicht standhalten. Im Jahr 1993 kam es zur Fusion mit Kronester und Schirnding zur 'SKV-Porzellan-Union GmbH'. 2000 kam die Marke Arzberg hinzu.
Nach erheblichem Arbeitskräfteabbau musste 1996 die Produktion ganz eingestellt werden. Heute besteht in Vohenstrauß noch ein Werksverkauf unter dem heutigen Namen der fusionierten Unternehmen: ARZBERG-Porzellan GmbH.
Bocklweg
Der Bocklweg führt über eine ehemalige Bahntrasse. Vohenstrauß liegt in etwa in der Mitte der ausgebauten Strecke. Der Radweg kann in mehreren Etappen von Groß und Klein abgefahren werden. Start des 50 km langen Bockl-Radwegs ist die Kreisstadt Neustadt a.d. Waldnaab. Von hier aus geht es über den Markt Floß und über die Höhen des Flosser Landes in die Stadt Vohenstrauß, wo neben dem großzügigen Stadtplatz mit Renaissance-Rathaus, das Schloss Friedrichsburg und das Heimatmuseum zum Besuch einladen. Weiter geht es hinab nach Pleystein mit seinem 38 m hohen Rosenquarzfelsen inmitten der Altstadt mit Kloster. Über den Grenzort Waidhaus, vorbei am größten Stausee Deutschlands im Mittelalter, dem Pfrentschweiher, wird der Markt Eslarn erreicht.
Strecke: Neustadt a.d. Waldnaab - Floß 9,2 km - Vohenstrauß 16 km - Pleystein 7 km - Waidhaus 11 km - Eslarn 8 km.
Nähere Informationen unter:
www.bocklweg.de
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Marktplatz 9, 92648 Vohenstrauß
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