Selb

Porzellanfabrik Heinrich
Rosenthal Werk Rotbühl
Hutschenreuther
Spiegelhaus

Porzellangeschichte in Selb


Lorenz Hutschenreuther

Mit einem katastrophalen Brand am 18. März 1856 begann die Porzellangeschichte der Stadt. Ein Jahr nach dem Feuer gründete Lorenz Hutschenreuther (1817-1886), dessen Vater Carl Magnus bereits in Hohenberg a. d. Eger eine Porzellanfabrik besaß, in der alten Ludwigsmühle die erste Porzellanfabrik. Die bedeutendste Ausdeh­nung erfuhr der Betrieb 1927 durch den Ankauf der Porzellanfabrik Gebr. Bauscher Weiden. 1969 erwarb die Lorenz Hutschenreuther AG die Aktienmehrheit bei C.M. Hutschenreuther. 2000 kaufte die damalige Rosenthal AG den Namen Hutschenreuther als Marke auf.

Rosenthal GmbH
Philipp Rosenthal (1855-1937) gründete 1879 im Schloss Erkersreuth eine Porzellanmalerei. Schon kurz darauf stellte er eigenes Porzellan her. Zweigwerke in anderen Städten folgten. Das Produktionsprogramm umfasste zunächst Luxus- und Haushaltsgeschirr, in der Folgezeit auch Porzellanerzeugnisse für Industrie und Technik. Die Philosophie des Unternehmens war von Anfang an innovative Formen und Dekore zu kreieren. Bis heute arbeitet  Rosenthal intensiv mit international renommierten Künstlern und Designern zusammen. Das weltweit agierende Unternehmen vereint unter sich verschiedene Marken, wie Hutschenreuther, Thomas, Rosenthal meets Versace oder studio-line.

Heinrich & Co.
Der Porzellanmaler Franz Heinrich bewies im Jahr 1896 Unternehmergeist, als er im elterlichen Haus anstelle eines Backofens eine Schmelzmuffel mit 0,75 m³ Fassungsvermögen einbaute. Zunächst beschäftigte er nur eine einzige Arbeiterin und bezog die Weißware aus den umliegenden Fabriken. Ab 1901 produzierte er selbst Porzellan. Die Form Anmut wurde zum Verkaufsschlager der Firma. Auf Heinrich Porzellan speisten unter anderem auch die Fluggäste des Zeppelins LZ 129. In der Blütezeit stellten Firmen wie Hutschenreuther, Rosenthal und Heinrich fast die Hälfte der deutschen Porzellanproduktion her.

Veranstaltungen rund ums Porzellan


Von Anfang Juli bis Mitte August finden in Selb die ‚Wochen des Weißen Goldes’ statt. In dieser Zeit präsentieren sich namhafte Porzellanhersteller, sowie das Deutsche Porzellanmuseum, das Europäische Industriemuseum für Porzellan und die Porzellanfachschule im Rosenthal-Theater Selb.

Zum ‚Fest der Porzelliner’ am 1. Samstag im August verwandelt sich die Selber Innenstadt zum größten Porzellanflohmarkt Europas. Porzellanliebhaber aus ganz Deutschland, aber auch aus dem europäischen Ausland und Übersee strömen zu Tausenden in die Stadt auf der Suche nach dem besonderen Stück Porzellan.

Wer den ‚größten mit Porzellan beschmückten Weihnachtsbaum Deutschlands’ erleben möchte, der sollte an einem der vier Wochenenden vor Weihnachten nach Selb kommen.

Per pedes Porzellan aufspüren ...


Ortsunkundige parken am besten am Rosenthal-Theater, von wo sie nur dem Roten Faden folgen müssen, der sie durch die Porzellanstadt Selb führt. Entlang des Weges lassen sich verschiedenste Porzellansehenswürdigkeiten entdecken: zwei Porzellanbrunnen, das Porzellanglockenspiel am Rathaus, das Porzellangässchen, farbenfrohe Porzellan-Straßenschilder und Einiges mehr.

Mit Kunst leben ...


...so lautete das Motto von Philip Rosenthal. Seit über hundert Jahren schreibt der renommierte Porzellan-Hersteller Rosenthal Geschichte in Selb und bestimmt mit seiner
Unternehmensphilosophie ganz wesentlich das Stadtbild. Um Kunst und Design im öffentlichen Raum zu fördern, ließ Rosenthal Größen wie Otto Piene, Friedensreich Hundertwasser und Marcello Morandini Fassaden seiner Fabrik- und Verwaltungsgebäude in der Wittelsbacherstraße gestalten, wo sich heute die Werksverkäufe von Rosenthal, Hutschenreuther und Thomas befinden. Erstmalig umgesetzt wurde dieses Konzept im Jahr 1967, als man nach den Entwürfen von Walter Gropius das Werksgebäude Rothbühl verwirklichte.

Wander-Tipp


Tipp: Schausteinbruch in Häuselloh
Einblick in die über 100-jährige Geschichte der industriellen Granitgewinnung und Verar­beitung im Fichtelgebirge gewährt der Schausteinbruch in Häuselloh. Er ist ein Zeitzeuge des einst so wichtigen Granitabbaus der Region. Wegen der Feinkörnigkeit und Eisenarmut des Steins konnten aus ihm die riesigen Mahlsteine geschlagen werden, die zum Vermahlen von Feldspat und Quarz für die Porzellanherstellung verwendet wurden. Die Ortsgruppe Selb des Fichtelgebirgsve­reins e.V. hat sich um die Erhaltung dieses wichtigen kulturgeschichtlichen Denkmals verdient gemacht. Nach den gesetzlichen Bestimmungen hätte der Paukersche Steinbruch nach seiner Schließung 1976 aufgefüllt und das Gelände rekultiviert werden müssen. Damit hätte die Region ein wichtiges Kulturgut verloren. Heute zählt der Häuselloher Schausteinbruch zu den wenigen Steinbrüchen, die zur Besichtigung freigegeben sind. Um den Meilerplatz hat sich die Natur ihren Lebensraum zurückerkämpft. Das renaturierte Häuserlloher Hochmoor ist zu einem ökologisch wertvollen Sekundärbiotop geworden, das vielen schützenswerten Pflanzen und Tieren einen neuen Lebensraum bietet.

Nähere Informationen:
Häusellohweg, 95100 Selb
Telefon (0 92 87) 60 307

Touristinformation


Stadt Selb

Ludwigstraße 6
95100 Selb
Telefon (0 92 87) 88 31 78
Telefax (0 92 87) 88 31 30
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