Schwarzenbach a.d. Saale

Kronester
Teller, Kronester
Kannengießanlage, Kronester
Manufaktur, Buchta
Anhänger, Buchta
Hösch

Porzellangeschichte in Schwarzenbach a.d. Saale


Winterling AG

Als erste Porzellanfabrik in Schwarzenbach wurde 1882 die Firma Oscar Schaller & Co. gegründet. 1917 übernahmen die beiden Unternehmer Eduard (1871-1943) und Heinrich Winterling (1874-1930), die bereits in Marktleuthen und Röslau erfolgreich Porzellanfirmen führten, das Unternehmen von seinem Gründer. Die Fabrik produzierte Gebrauchsgeschirr aller Art. Weit verbreitet war das Schwarzenbacher Strohblumenmuster, das die kostengünstigere Variante der teuren Meißener und Hutschenreuther Zwiebeldekore darstellte. 1992 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und der Firmensitz ins benachbarte Kirchenlamitz verlegt. Mit 2.500 Mitarbeitern gehörte die Winterling AG bis zur Insolvenz 1999 weltweit zu den vier größten Unternehmen der Porzellanbranche.

Porzellanfabrik J. Kronester & Co.
Das Unternehmen wurde 1906 von Johann Kronester (1860-1953), seinem Schwiegervater Christof Merkel (1848-1918) und seinem Schwager Gottlieb Pfeifer (+1910) als Familienbetrieb gegründet. Die Firma produzierte in den Anfangsjahren hauptsächlich preiswertes Stapelporzellan. Im Sortiment fanden sich aber bereits 1910 durchbrochene Körbe und die eher selten produzierten Kindergeschirre. In den 1920er Jahren gewannen zudem die Porzellanerzeugnisse für die Elektroindustrie an Bedeutung. Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich das Unternehmen wieder auf die Herstellung von Gebrauchsporzellan. Eine beliebte Geschirrserie der Nachkriegsjahrzehnte war die 1946 von Hans Achtziger entworfene Form „Ulrike“. Die Strukturkrise der Branche in den 1990er Jahren bewog die Firma im November 1993 zur Fusion mit der Schirnding AG und Johann Seltmann (Vohenstrauß) zur SKV-Porzellan-Union GmbH (Schirnding). Im August 2000 konnte das Unternehmen die traditionsreiche Designmarke „Arzberg“ aus der Insolvenzmasse der Winterling AG (Kirchenlamitz) aufkaufen. Seit Juni 2004 firmiert das Unternehmen mit Arzberg-Porzellan GmbH.

Porzellan heute
Abseits der großen Namen kommen aus den Ateliers von Buchta Porzellan- und Keramikdesign (seit 1993) und Hösch Porzellan Design (seit 1997) neben Entwurfsarbeiten, auch Kleinserien und Saisonartikel. Die Firmen Lorenz Rudolf & Sohn und Kleinteich Porzellan GmbH (gegründet um 1900) produzieren Souvenierartikel und Gebrauchsporzellan für den Großhandel.

Industrie:
Kleinteich Porzellan GmbH
Kantstraße 3
Telefon (0 92 84) 80 04 35

Lorenz Rudolf u. Sohn Porzellanmanufaktur
Inh. Fr. Larisch
Königsberger Straße 26
Telefon (0 92 84) 64 57

Persönlichkeiten


Als wichtigster „Schwarzenbacher“ gilt Johann-Friedrich Richter, bekannter unter Jean Paul. Der Philosoph und Dichter erhielt hier die Konfirmation. Sein Vater war zwischen 1776 und 1779 als Pfarrer in Schwarzenbach a. d. Saale tätig und fand hier seine letzte Ruhestätte.
Von 1790 bis 1794 war Jean Paul als Hauslehrer in Schwarzenbach a. d. Saale tätig. Werke die er hier verfasste sind etwa „Die unsichtbare Loge“ und „Hesperus“, seinerzeits der meist gelesene Roman.

Entenhausens deutsche Stimme. Von 1933 bis 1984 lebte Dr. Erika Fuchs in Schwarzenbach a. d. Saale. Dort befasste sie sich mit den Comics von Walt Disney und übersetzte alle von Disney erschienenen Materialien ins Deutsche. Erika Fuchs ersetzte viele der amerikanischen
Orts-, Straßen-, Fluss- und Gebirgsnamen durch Namen aus Oberfranken, vor allem aus Schwarzenbach a.d. Saale.

Touristinformation


Stadt Schwarzenbach a.d. Saale

Ludwigstraße 4, 95126 Schwarzenbach a.d. Saale
Telefon (0 92 84) 93 30
Telefax (0 92 84) 93 350
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