Auf dieser Seite haben wir für Sie einige bekannte oder weniger bekannte Porzellanarten mit kurzen Erläuterungen zusammengetragen. Bei der Vielzahl der verschiedenen Porzellane handelt es sich bei dieser Aufzählung nur um einen groben Umriss der Porzellanarten.
In den kommenden Wochen wird auf dieser Seite sicherlich noch die eine oder andere interessante Information dazukommen.
Also dann, schauen Sie doch mal wieder vorbei.
u. a.
Quelle:
"100 Fragen über Porzellan
Warum? Weshalb? Wieso?"
Verfasser: Hans Friedl (1903-1998)
20. überarb. Auflage 2004
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Hartporzellan - Weichporzellan? Ja, es gibt wirklich Weichporzellan. Diese beiden Porzellanarten unterscheiden sich lediglich durch die verschiedene Menge an Kaolin in der Porzellanmasse. Während Weichporzellan einen geringeren Kaolingehalt hat, also auch mit einer geringeren Temperatur gebrannt wird, hat Hartporzellan einen höheren Kaolingehalt und muss mit dementsprechend höheren Temperaturen gebrannt werden. Besondere Merkmale beim Hartporzellan sind die Oberflächenhärte der Glasur und ein besonders fester Scherben. Dies wird bei Hartporzellan durch den hohen Kaolinanteil (50%) und eine Feldspatglasur, welche erst bei einer Temperatur von 1350° bis 1450°C ausschmilzt, erreicht. Eine Färbung des Scherbens und der Glasur erlangt man durch Beimischung von entsprechenden Zusätzen an Metalloxiden. So entstehen beispielsweise Elfenbeinporzellan, blau glasiertes Kobaltporzellan, grün getöntes Seladonporzellan, Rosaporzellan und sogar schwarzes Porzellan.
In Europa wird vorwiegend Hartporzellan produziert, in China hauptsächlich Weichporzellan.
Bone China Porzellan ist eher bekannt unter der Bezeichnung Knochenporzellan. Erstes Unterscheidungsmerkmal ist der Masseversatz. Er enthält 50-60% Knochenasche oder Calciumphosphat, 15-30% Quarz, Feldspat und Kaolin (geringer als bei Hartporzellan).
Das veränderte Mischungsverhältnis zu anderen Porzellanen ist nicht das einzige Unterscheidungsmerkmal. Bei einer Brenntemperatur von 1240° und 1280°C wird Bone China gleich beim ersten Brand dicht gebrannt, bei 920° bis 1125°C die verwendete Glasur aufgebrannt. Durch die geringere Brenntemperatur bedingt, ergeben sich mehr Möglichkeiten in der Farbpalette für die Unterglasur- und Inglasurdekoration.
Auffälligstes Merkmal von Bone China Porzellan ist der durchscheinende Scherben und die strahlend weiße Farbe.
Frittenporzellan ähnelt äußerlich dem echten Porzellan, steht aber dem Glas viel näher als alle anderen Porzellane. Bei der Herstellung wird zunächst eine glasige Masse aus Sand, Salpeter, Kochsalz, gebranntem Alaun, Soda und Gips zur Fritte zusammengeschmolzen, nach dem Erkalten pulverisiert und dann mit je 12,5 Teilen Kreide und Kalkmergel versetzt und fertiggesintert. In diesem Porzellan ist kein Kaolin enthalten. Die Glasur besteht aus einer vorgeschmolzenen Mischung aus Quarz, Pottasche und Soda und wird auf bereits gebrannte Porzellanstücke bei relativ niedrigen Brenntemperaturen aufgeschmolzen.
Frittenporzellan ist nicht sehr widerstandsfähig und wird nur noch für Sonderprodukte wie z.B. Ziergegenstände, Porzellanknöpfe etc. verwendet.
Seladon-Porzellan bezeichnet zartgrünes Porzellan. Durch das Beimengen von Chromverbindungen zu Masse oder Glasur erscheint das Porzellan nach dem Glattbrand in zart grünem Jadeton.
In China unter dem Namen Pi-si (geheime Farbe) hergestellt, wurden die ersten Seladon-Porzellane in der Zeit der Sung-Dynastie. Erreicht wurde damals der grünliche Farbton durch Beimischen von geringen Zusätzen von Eisenoxid und Sauerstoffentzug.
Bereits im 11. Jahrhundert wurde in Peru die so genannte "Chimú-Keramik" hergestellt. Das schwarze Porzellan stellt das zur Zeit letzte Glied einer langen Entwicklungsreihe dar.
Joshua Wegwood nahm im 18. Jahrhundert die Herstellung des schwarzen Porzellans wieder auf, allerdings unter der Bezeichnung "schwarzer Basalt". Dies waren jedoch alles steinzeugähnliche Produkte oder Steinzeug.
Von der Rosenthal AG wird es heute unter der Handelsbezeichnung "Porcelaine noire" produziert. Das heute hergestellte schwarze Porzellan ist ein echtes Porzellan. Alle maßgeblichen Merkmale eines Porzellans (Zusammensetzung der Masse, Beschaffenheit des Scherbens und Brenntemperatur bei 1300°C) sind gegeben. Einzig und allein fehlendes Merkmal ist die Lichtdurchlässigkeit.
ACHTUNG! Schwarzes Porzellan sollte bei der Reinigung immer pfleglich behandelt werden.
Dieses Porzellan entsteht durch das Beimischen von Mangansalzen, aber meist auch durch den Zusatz von Goldverbindungen zur Masse. Gebrannt wird Rosa- oder Rosé-Porzellan bei den üblichen Glattbrandtemperaturen.
Für braunes Porzellan muss entweder die Masse oder die Glasur braun eingefärbt werden. Durch Beimengen von Eisenoxid, Manganoxid oder Chromoxid wird die Glasur gefärbt. Die Färbung der Masse wird durch braun brennende Tone erreicht. Mehrheitlich wird aber die Glasur gefärbt.
Verwendung findet das braune Porzellan meistens für Koch-, Brat- und Backgeschirre.
Biskuitporzellan wird unglasiert gebrannt. Wasserundurchlässigkeit, trotz rauer Oberfläche ist auffälligstes Merkmal. Es war während der klassizistischen Zeit wegen des marmorähnlichen Aussehens sehr beliebt. Heute finden sich in sehr vielen Porzellanfirmen und Porzellanmanufakturen, oft sehr bemerkenswerte Objekte aus Biskuitporzellan. Angeboten werden Dekorationsgegenstände, Oster- bzw. Frühlingsanhänger, Weihnachtsbaumanhänger, aber auch extravagante Schmuckstücke.
Eine der ältesten keramischen Veredelungsarten ist die Kobaltdekoration. Diese Technik findet man schon bei den ersten chinesischen Porzellanen. Das echte Kobalt-Dekor, bezeichnet einen "verschwommenen" nicht klar abgegrenzten Übergang von dekorierter und undekorierter Fläche. Es wird eine Mischung aus Glasfritte mit Kobaltoxid, auf weißes Porzellan aufgetragen und bei einem zweiten Brand zwischen 1350° und 1450°C gebrannt. Der hohe Anschaffungspreis resultiert aus den extrem hohen Produktionskosten.