Marktredwitzer Porzellane
Auch Gebrauchsgeschirr hat hier Tradition. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Porzellanfabrik Jäger & Co. gegründet. 1903 folgte die Firma Thomas & Ens, die 1908 an die Rosenthal AG verkauft wurde. Die Marke 'Thomas' ist bis heute als Bestandteil des Rosenthal-Konzerns für ihre innovativen Produkte weltweit bekannt. Die Fertigung von Gebrauchs- und Zierporzellan in Marktredwitz endete 2002 mit der Betriebsaufgabe der Kerafina.
Elektrokeramik
Die Elektrokeramik wurde zusammen mit der Verbreitung des Rundfunks ab 1920 auch für die Porzellanindustrie zum Motor der Entwicklungen. In Marktredwitz begann man bereits 1917 mit der Fabrikation von Keramik für die Isolatorentechnik. Um ihre Versorgung mit Rohstoffen, vor allem Brennmaterial, sicher zu stellen, produzierten im Ersten und Zweiten Weltkrieg fast alle Porzellanhersteller Isolatoren. 1961 stellte die Rosenthal AG mit der Gründung der „Technischen Werke“ seine Fertigung in Marktredwitz auf technische Keramik um.
Bio- und Medizinkeramik
Hohe Kratzfestigkeit, wenig Verschleiß und geringe Reibungskräfte sowie ein niedriges Risiko von allergischen Reaktionen sind die Vorteile des keramischen Werkstoffes. Bauteile für künstliche Hüft- und Kniegelenke, aber auch Gehörknöchelchen, Knochenersatz und Zahnimplantate werden aus dem vielseitigen Werkstoff hergestellt.
Krippenweg
Eine Besonderheit von Marktredwitz sind die aus Ton gefertigten Marktredwitzer Landschaftskrippen. Meist über eine Fläche von mehreren Quadratmetern reichend, bestehen sie aus vielen Einzelfiguren in einer alpenländisch gestalteten Landschaftskulisse. Dabei werden über das eigentliche Weihnachtsgeschehen hinaus eine Reihe alltäglicher Szenen dargestellt, etwa ein ländliches Fest, eine Begegnung zwischen Förster und Holzknecht oder dem Müllerburschen beim Beladen eines Fuhrwerks. Krippenfiguren aus Ton gibt es in Marktredwitz seit Beginn des 19. Jh.. Die Marktredwitzer Töpfer oder auch „Hafner" genannt hatten es schwer, sich gegen die Konkurrenz der aufkommenden Porzellanindustrie durchzusetzen und schufen sich mit der Herstellung der beliebten Figuren ein einträgliches Zubrot. Heute ist in Marktredwitz der alte, fast verschwundene Brauch des „Krippenschauens" wieder lebendig. Im Rahmen des Marktredwitzer Krippenwegs können alljährlich zwischen dem 26. Dezember und dem 06. Januar ungefähr 20 Krippen besichtigt werden.
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