"Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems,
das gelöst werden will."
Galileo Galilei
Es war die pure Leidenschaft Gold herstellen zu wollen. Daraus wurde ein Weg der Entwicklung und der Verarbeitung von Materialien, vom einfachen Geschirr bis zu den hochwertigen Lifestyle Produkten von heute.
Bereits seit der Hochblüte der westchinesischen Kulturen (1122 bis 770 v. Chr.) ist Porzellan als Produkt der Chinesen bekannt.
Porzellan wurde in China nicht erfunden, sondern es gilt als Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses. Auf mühevollen Wegen gelangten Porzellanteile ab dem 13. Jahrhundert durch Kaufleute, Forscher und Weltreisende wie Marco Polo nach Europa.
Erst seit dem 17. Jahrhundert wurde Porzellan hauptsächlich über Holland importiert. Die Herstellung des damals sehr kostbaren Materials blieb jedoch das Geheimnis der Chinesen – es musste in Europa neu erfunden werden.
Der Begriff Porzellan leitet sich von dem italienischen Wort "porcella" ab, das eine porzellanähnliche Muschel bezeichnet. Gemäß der Überlieferung sei es Marco Polo gewesen, der diese Bezeichnung als erster für chinesische Erzeugnisse verwendete. Wie viele andere glaubte auch er, dass die Chinesen aus dieser Muschel das Porzellan herstellten.
u. a.
Quelle:
"100 Fragen über Porzellan
Warum? Weshalb? Wieso?"
Verfassser: Hans Friedl (1903-1998)
20. überarb. Auflage 2004
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Nach den misslungenen Versuchen von dem deutschen Alchimisten und Apotheker-Gehilfen Johann Friedrich Böttger (*1682†1719) Gold herzustellen, erfolgte auf Order Augustus dem Starken am 24. November 1701 die Berufung von Pabst von Ohain (*1656†1729) nach Dresden. Dieser stellte die Unmöglichkeit der Versuche fest, Gold herstellen zu können.
Auf Wunsch von Augustus dem Starken und unter Regie Pabst von Ohains entstand so ein alchimistisches Laboratorium in dem gemeinsam mit Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (*1651†1708), Johann Friedrich Böttger, Abraham von Schönberg (*1640†1711) und Freiberger Hüttenleuten Versuche zur Porzellanherstellung aufgenommen wurden.
1706 entstand bei diesen Versuchen auf der Albrechtsburg bei Dresden das rote Böttgersteinzeug, welches im übrigen auch heute noch in Meißen hergestellt wird. Es gibt daraus außerordentlich schöne Ziergegenstände.
Die Verwendung von Weißer Erde vom Heidelsberg bei Aue von Pabst von Ohain angeregt, führte schließlich Tschirnhaus 1708 zur erfolgreichen Herstellung des ersten europäischen Porzellans.
Die erste europäische Porzellanmanufaktur wurde per königlichem Dekret vom 23. Januar 1710 von August dem Starken in Dresden gegründet und im März desselben Jahres nach Meißen auf die Albrechtsburg verlegt. Johann Friedrich Böttger wurde als Leiter der Manufaktur eingesetzt, das Verfahren der Porzellanherstellung von ihm verbessert und die Porzellanmanufaktur Meissen zur Aufnahme der Serienproduktion eingerichtet.
In den folgenden Jahren wurden weitere Manufakturen in Europa gegründet: die Porzellanmanufaktur Wien (1718), die französische Manufaktur Sèvres (1745), Chelsea, England (1745), Höchst (1746), Fürstenberg (1747), die Manufaktur Nymphenburg bei München (1747), die Berliner Manufaktur (1751), die Porzellanmanufaktur Frankenthal (1755), die Porzellanmanufaktur Ludwigsburg (1758) und die Königliche Manufaktur Kopenhagen (1760).
Im ausgehenden 18. Jahrhundert wurde die fürstliche Periode des Porzellans durch die merkantilistische (privatwirtschaftliche) Periode abgelöst. Neben den fürstlichen Manufakturen entstanden insbesondere in Thüringen, Oberfranken und Schlesien zahlreiche Privatunternehmen; es wurde zunehmend mehr Porzellan produziert.
Einige der in dieser Zeit gegründeten Unternehmen gibt es bis heute.
An den gewählten Standorten waren die wesentlichen Faktoren für eine Produktionsaufnahme gegeben: Rohstoffe (Kaolin, Tone), Brennmaterial für die Öfen (Holz und Kohle) und Arbeitskräfte waren reichlich vorhanden. Durch die Mechanisierung des Webprozesses waren zahlreiche ehemals in der Handwebereien vor Ort Beschäftigte ohne Arbeitsplatz. Sie konnten in den neu gegründeten Porzellanfabriken wieder einen Arbeitsplatz finden.